
Der Juniorchef Rudolf Friedwald betrat in Begleitung seines Vaters das Büro von Herrn Kiesewetter, der, eingerahmt zwischen Zimmermann und Wallenstein, dem Senior freundlich zulächelte.
„Guten Tag, meine Herren“, begrüßte Rudolf die Anwesenden, „wir haben uns hier zusammengedrängt …“ Er stutzte irritiert, rieb sich dabei das linke Auge, welches ob der ungewohnten Anstrengung unkontrolliert zuckte, und fuhr dann in schleppendem Ton fort: „Wir haben uns hier zusammengefunden, um – wie soll ich mich ausdrücken – den Aktionstag im Themenpark Chiemsee, der meinem Vater übrigens sehr am Herzen liegt, vor einer drohenden Katastrophe zu bewahren.“
Friedwald Senior nickte betrübt.
„Wie können wir Ihnen helfen?“, wollte Kiesewetter wissen und sog so tief die Luft ein, dass er mit einem plopp aus der Reihe katapultiert wurde.
„Das Dachstein Duo musste seinen Auftritt absagen“, erklärte Rudolf und drückte Kiesewetter in die Formation zurück, ehe er seinen Vater gefährden konnte.
„Der Absturz Jodler!“, entfuhr es Wallenstein ungewollt laut.
„Frei wie die Vögel“, intonierte der Senior plötzlich und stampfte im Takt einer imaginären Melodie auf den Boden.
„Ja, Vater.“
„Jhödrriööh!“, presste er noch schnell hervor und versank dann wieder in dumpfes Brüten. „Wir haben die Personalakten unserer Mitarbeiter durchgesehen und … sie wurden auserwählt.“
„Auserwählt?“, wiederholte Zimmermann argwöhnisch.
„Ja! Jeder von Ihnen beherrscht ein Instrument oder kam zumindest im Verlauf seines Lebens in Kontakt mit einem demselben.“